Über das Leben und die Liebe

 

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Am I too sexy for you?

Man sieht es überall. Den Schriftzug eines Unternehmens, das glaubt, in Sachen Fashion die Nase ganz vorne zu haben (na gut, wer in dieser Branche glaubt das nicht?).

Totally Sexy. Auf Taschen, auf Tops, auf Jeans. Anscheinend muss heutzutage jeder verkünden, dass er sich selber sexy findet. Und dass das alle anderen gefälligst auch finden sollen. Natürlich, man könnte jetzt sagen, das fördert das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl von jungen Frauen. Da muss man sagen: Ähm, leider nein. Selbst wenn man mit einer Top-Figur in einem Laden dieser Kette ein Oberteil kaufen will, und dabei eine grössere Oberweite als Körbchengrösse A hat, bleibt einem nichts anderes übrig, als zur Grösse L zu greifen. Stärkt so was das Selbstwertgefühl von jungen Frauen? Klamotten zu verkaufen, die völlig fern jeglicher femininer Körper-Realität sind? Wohl kaum.

Zurück zu totally sexy. Jede Frau kann also heutzutage zeigen, dass sie sich selber totally sexy findet. Schön. Nur was, wenn der Rest der Menschheit (oder zumindest grosse Teile davon) nicht dieser Meinung ist? Provoziert dieses Zuschaustellen des eigenen Empfindens nicht Gegenreaktionen? Kann dieser Schuss nicht gewaltig nach hinten losgehen? Doch. Kann er.

Was ist eigentlich aus der guten alten Bescheidenheit geworden? Kann man ein gutes Gefühl des eigenen Selbst nicht irgendwie dezenter zeigen? Mit einem aufrechten Gang, indem man mit dem Gegenüber Augenkontakt hält oder ganz einfach nur, wenn man dem eigenen Spiegelbild mal keck zublinzelt oder es mal eben kurz anlächelt?

Ich bin mir sicher, dass alle diese kleinen Dinge viel effizienter sind als ein Shirt mit der Aufschrift totally sexy. Ich bin mir allerdings genauso sicher, dass sie ein wenig mehr Mut erfordern als den Kauf eines solchen Kleiderstückes. Und da sind wir auch wieder beim Thema Kompensieren der eigenen Unsicherheit: Wenn der Gegenüber nicht an meiner Körperhaltung, an meiner Ausstrahlung und an meinem Aussehen merkt, dass ich totally sexy bin, muss ich mich anschreiben. Juhui.

Mädels, besinnt euch wieder ein bisschen mehr auf eure eigenen Werte, anstatt auf diejenigen eines Unternehmens, das mit eurer Unsicherheit schlichtweg den grösstmöglichen Gewinn herausholen will.

29.10.06 15:09
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


KindDesRegens / Website (29.10.06 15:18)
Auf eigene Werte besinnen? Ich denke das ist heut zu Tage zu viel verlangt, würde ich fast meinen, wo jeder darüber schimpft wie oberflächlich alle doch sind und gleichzeitig versucht sich dieser Oberflächlichkeit so gut es geht anzupassen, wo jeder ach so individuell ist, weil er versucht bloß so zu sein wie jeder andere. Eigentlich schon fast komisch und nicht merkwürdig. Eigentlich ist es sogar traurig. Doch wie heißt es doch so schön, der schlaue schreit nie "ich bin ja so schlau".
Und das braucht denke ich mal auch kein Mensch der schön ist zu tun oder sich damit aufzugeilen,
diese Menschen strahlen es einfach aus und müssen es nicht 100 Mal erwähnen nur damit es die anderen auch einmal bemerken *schmunzel*

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